Lachen ist eine der universellsten menschlichen Reaktionen – und gleichzeitig eine der rätselhaftesten. Wissenschaftler sind sich einig, dass Humor eine kognitive Leistung ist: Das Gehirn erkennt eine Inkongruenz, also einen Widerspruch zwischen Erwartung und Realität, und löst diesen durch einen überraschenden Twist auf. Genau in diesem Moment entsteht das Lachen. Aber nicht nur Menschen lachen: Auch Schimpansen, Ratten und sogar Hunde zeigen lautliche Reaktionen, die dem Lachen ähneln – besonders beim Spielen. Ratten etwa geben Ultraschalllaute von sich, die Forscher als eine Art Kichern interpretieren. Wir sind also nicht so einzigartig, wie wir dachten.
Im Laufe der Geschichte hat sich der Umgang mit dem Lachen stark verändert. Im Mittelalter galt übermäßiges Lachen als unmoralisch – fast teuflisch. Heute ist ein guter Sinn für Humor ein Persönlichkeitsmerkmal, das in Bewerbungsgesprächen ausdrücklich erwünscht ist. Und dann ist da noch die Frage des nationalen Geschmacks: Deutscher Humor gilt international als direkt, trocken und oft selbstironisch – ganz im Gegensatz zum britischen Understatement oder dem mediterranen, körperbetonten Humor der Italiener und Spanier. Der Deutsche lacht gern, aber er erklärt den Witz dabei gleich mit. Was manche als Humorlosigkeit missdeuten, ist eigentlich eine andere Form von Präzision.
Der Witz
Ein Mann beschwert sich bei seinem Freund: „Stell dir vor, gestern habe ich auf dem Flohmarkt für 50 Euro eine Lampe gekauft, und als ich daran gerieben habe, kam tatsächlich ein Geist heraus!”
„Und? Hast du dir etwas gewünscht?”
„Ja, ich wollte reich werden.”
„Und? Hat es geklappt?”
„Naja, seitdem heiße ich Richard.”
Die Erklärung des Witzes
Dieser Witz ist ein klassisches Beispiel für Wortspiel auf Basis phonetischer Ähnlichkeit. Der Mann wünscht sich, „reich” zu werden – und der Geist erfüllt den Wunsch buchstäblich, aber auf die denkbar billigste Art: Er macht aus ihm einen „Richard”, kurz „Rich”. Die Pointe funktioniert auf zwei Ebenen gleichzeitig: sprachlich, weil „Richard” im Englischen als Spitzname „Rich” trägt, was „reich” bedeutet – und humoristisch, weil der Geist den Wunsch zwar erfüllt, aber dabei komplett am eigentlichen Sinn vorbeizielt.
Es ist genau diese Art von tückischer Logik, die Genies und Dschinns in der Folklore so gefährlich macht: Sie halten sich strikt an den Wortlaut, nie an die Absicht. Wer also das nächste Mal eine alte Lampe auf dem Flohmarkt findet – bitte sehr präzise formulieren.